Samstag, 13. August 2011
Zum besseren Verständnis.
Seh’ ich mich an, seh’ ich doch nicht hinein,
ich werde nie selbst mein Ausleger sein.

Wer wird kommen auf seinem eignen Pfad,
und fragen „Hilfe gefällig, mein Kamerad?“

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Montag, 23. Mai 2011
Veränderung
Da ist kein unsichtbarer Samen, der aufgeht,
sobald du in Bedrängnis bist.
Immerhin verschwindet deine Hilflosigkeit;
sie geht, weil du erlebt hast, dass du handeln kannst.
Plötzlich liegt da was in deiner Hand und fragt dich:

„Welche ‚Schönheit’ möchtest du halten?
Die Zeichen nicht erkennen und dich festkrallen?“

Gehe hin, aber nicht in Frieden... sondern wahrhaftig!

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Montag, 3. Jänner 2011
Das leere Haus
Ein Gebäude zu erschaffen, in dem du dich wohl fühlst ist alles andere als einfach: eine große Herausforderung, vor allem dann, siehst du dich nach Jahren des Dissoziierens nur mit einer von Tränenflüssigkeit und Angstschweiß durchnässten Bauanleitung ausgestattet, vor den Hügeln aus farbloser Knetmasse stehend. Du achtest pedant darauf, dass kein Eindringling den Code zu dem mühsam versiegelten Schloss des kleinen und bisher einzig fertig gestellten Raumes am Ende des schmalen Korridors findet.

Nur das absolute Ende schien dir in die Wiege gelegt. Klar ersichtlich wird dies an dem Nicht-Haus, das du für dich gewählt hast. Ich sag es nochmal: Du hast es gewählt. Es wurde dir nicht zugedacht, obwohl du dich so oft darauf berufen wolltest. Dieses Ende war als einziger Lebensentwurf klar anvisiert und für dich intuitiv mit Belohnung versehen. Der, im Idealfall, würdevolle Abgang ist es, dem du die vollste Aufmerksamkeit geschenkt hast und dem deine Tagträume galten. Der Aufstieg, ein lebendiger Prozess, hin zu den letzten Etappen deiner Existenz war dir nie auch nur einen Seitenblick wert.

Schon als kleines Kind hast du dich an den Gesichtern deiner Eltern ergötzt nachdem du ihnen einen Schwächeanfall vorgetäuscht hast. Bis zum heutigen Tage konntest du dir diese Hirngespinste nicht austreiben. Du hast so viel intellektuelle Anstrengung in den/deinenTod (dessen möglichen Ablauf, der Reaktion deiner Angehörigen, den Duft der Tulpen auf deinem Grab oder der knöchrigen Hand deiner Großmutter während diese das Taschentuch zu umfassen versucht) investiert, dass die Fertigkeiten, dein eigenes Leben zu gestalten, nie völlig ausgebildet werden konnten.

Jetzt stehst du vor dem Spiegel und musst entsetzt feststellen, dass du den wichtigsten Teil vollkommen vergessen hast. In deiner letzten Lebensphase angekommen befindest du dich noch immer in deinem unfertigen Haus und bist dir darüber im Klaren, dass du ein Detail vergessen hast um den perfekten Tod einzuleiten:
Ein Leben davor.

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